Alte Bäume wirken oft kraftvoll und unverwüstlich. Mit ihren mächtigen Kronen, tiefen Wurzeln und dicken Stämmen scheinen sie jedem Sommer standzuhalten. Lange galt deshalb die einfache Regel: Junge Bäume muss man gießen und alte Bäume versorgen sich selbst. Doch diese Faustregel stimmt immer häufiger nicht mehr.

Denn durch den Klimawandel verändern sich die Bedingungen. Zunehmend lange Trockenperioden, ausbleibender Regen, heiße Sommer und versiegelte Böden setzen selbst jahrzehntealten Bäumen zu. 

Besonders in Städten wird das zum Problem: Asphalt, Pflasterflächen und verdichtete Böden verhindern, dass Regenwasser überhaupt bis zu den Wurzeln gelangt. Statt langsam im Boden zu versickern, fließt es oberflächlich ab und landet in der Kanalisation. In diesem Artikel erfährst du, warum alte Bäume trotz tiefer Wurzeln unter Wassermangel leiden, wie du Trockenstress erkennst und wie du große Bäume richtig bewässerst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Auch alte Bäume leiden zunehmend unter Trockenstress
  • Tiefe Wurzeln helfen nur, wenn dort überhaupt Wasser vorhanden ist
  • Stadtbäume sind besonders gefährdet durch versiegelte und verdichtete Böden
  • Große Bäume brauchen seltene, aber intensive Bewässerung
  • Langsame Tröpfchenbewässerung ist deutlich effektiver als kurzes oberflächliches Gießen
  • Mulch, Bodenleben und ein gesunder Wurzelraum verbessern die Wasserversorgung erheblich

Warum alte Bäume so wertvoll sind

Ein großer alter Baum spendet Schatten, kühlt seine Umgebung durch Verdunstung, speichert CO₂, filtert Feinstaub und bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Insekten. Die Kühlleistung eines großen Baumes kann an heißen Tagen der Wirkung mehrerer Klimaanlagen entsprechen. Alte Bäume haben dabei eine viel größeren ökologischen Nutzen als junge Bäume. Ausserdem sind sie Zeitzeugen und haben ihre eigene Geschichte. Uns ist es deshalb ein besonderes Anliegen, dass auch die alten Bäume gut durch die heissen und trockenen Sommermonate kommen.

Warum alte Bäume heute häufiger unter Trockenheit leiden

Viele Menschen gehen davon aus, dass alte Bäume problemlos an Wasser kommen, weil ihre Wurzeln tief in den Boden reichen. Das stimmt grundsätzlich auch. Doch entscheidend ist nicht nur die Tiefe der Wurzeln, sondern ob dort überhaupt noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Früher konnten sich tiefere Bodenschichten über Herbst- und Winterregen ausreichend mit Wasser füllen. Heute bleiben diese Reserven oft über Jahre hinweg zu trocken. Gleichzeitig steigen die Temperaturen, die Verdunstung nimmt zu und Hitzewellen dauern länger an.

Besonders problematisch wird das in Städten: Dort sind Böden häufig verdichtet oder versiegelt. Regenwasser kann kaum einsickern. Stattdessen fließt es über Straßen und Gehwege ab. Gleichzeitig heizen sich Städte stark auf. Dadurch verdunstet zusätzlich Wasser aus dem Boden.

Hinzu kommt: Alte Bäume besitzen enorme Kronenflächen. An heißen Sommertagen verdunsten sie hunderte Liter Wasser. Wenn die Wasserversorgung über längere Zeit nicht ausreicht, gerät der Baum in Trockenstress.

Das Wurzel-Dilemma: Tief heißt nicht automatisch feucht

Tiefe Wurzeln galten lange als natürlicher Schutz gegen Trockenheit. Doch während extremer Dürreperioden trocknen mittlerweile selbst tiefere Bodenschichten aus. Außerdem befinden sich viele wichtige Feinwurzeln gar nicht ausschließlich in der Tiefe. Sie liegen oft in den oberen Bodenschichten, weil dort normalerweise Sauerstoff, Nährstoffe und Wasser verfügbar sind. Genau diese oberen Schichten trocknen jedoch besonders schnell aus.

Wenn zusätzlich der Boden verdichtet ist, kann Wasser weniger gut einsickern. Das erklärt, warum selbst große und scheinbar gesunde Altbäume plötzlich Schäden zeigen oder innerhalb weniger Jahre stark abbauen können.

So erkennst du Trockenstress bei alten Bäumen

Trockenstress entsteht oft schleichend. Viele Schäden werden erst Monate oder sogar Jahre später sichtbar. Umso wichtiger ist es, Warnsignale frühzeitig zu erkennen.

  • Vorzeitiger Laubabwurf: Der Baum wirft mitten im Sommer Blätter ab, obwohl eigentlich noch Vegetationszeit ist. Damit reduziert er die Verdunstung und versucht Wasser zu sparen.
  • Kleine oder vergilbte Blätter: Bei Wassermangel bildet der Baum oft kleinere Blätter aus oder Blätter verfärben sich gelblich und trocken.
  • Totholz in der Krone: Abgestorbene Äste im oberen Kronenbereich gehören zu den klassischen Anzeichen für chronischen Wassermangel.
  • Rindenrisse und Sonnenbrand: Trockene Rinde wird spröde und anfällig für Schäden. Besonders an stark besonnten Stammseiten entstehen Risse oder abgestorbene Stellen.
  • Starker Samen- oder Fruchtansatz: Viele Bäume reagieren auf Stress mit verstärkter Samenbildung. Biologisch gesehen ist das ein Überlebensmechanismus zur Fortpflanzung.
  • Schädlings- und Pilzbefall: Geschwächte Bäume sind anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Besonders Borkenkäfer, holzzersetzende Pilze oder Blattkrankheiten treten häufiger auf.

Wichtig: Nicht erst gießen, wenn der Baum bereits massive Schäden zeigt. Spätestens wenn es zwei bis drei Wochen kaum geregnet hat und hohe Temperaturen herrschen, sollte gegossen werden.

Wie viel Wasser braucht ein großer Baum?

Alte Bäume benötigen deutlich größere Wassermengen als Jungbäume. Gleichzeitig bringt häufiges oberflächliches Gießen nur wenig. Entscheidend ist, dass das Wasser tief in den Boden eindringen kann. Als grobe Orientierung gelten:

  • Jungbäume: 75 bis 150 Liter pro Woche
  • Mittelgroße Bäume: 150 bis 300 Liter pro Gießgang
  • Alte Großbäume: 300 bis 500 Liter oder mehr pro Bewässerung

Wichtiger als die exakte Menge ist jedoch die Art der Bewässerung: Der Boden sollte langsam und tief durchfeuchtet werden. Kurzes Bewässern mit dem Gartenschlauch führt oft nur dazu, dass Wasser oberflächlich abläuft oder verdunstet. 

Alte Bäume richtig gießen

Hier findest du die wichtigsten Regeln für baumgerechtes Gießen. Wenn dich dieses Thema interessiert, findest du in diesem Artikel noch mehr Wissen über das Gießen von Bäumen.

Langsam statt schnell gießen

Ausgetrocknete Böden nehmen Wasser nur schlecht auf. Fachleute sprechen hier von hydrophoben Böden. Wer in kurzer Zeit große Wassermengen auf ausgetrocknete Böden ausbringt, erzeugt häufig nur Pfützen oder Oberflächenabfluss.

Viel effektiver dagegen ist eine langsame und kontinuierliche Wasserabgabe über mehrere Stunden. So kann das Wasser nach und nach in tiefere Bodenschichten einsickern und die Feinwurzeln erreichen. Besonders hilfreich sind dabei Bewässerungssäcke oder Tröpfchenbewässerungen. Bewässerungssäcke geben Wasser langsam über mehrere Stunden ab. Dadurch versickert deutlich mehr Wasser im Wurzelbereich. Gerade bei alten Bäumen können mehrere verbundene Bewässerungssäcke sinnvoll sein, um die Fläche unter der Krone gleichmäßig zu versorgen.

Nicht nur am Stamm gießen

Die meisten Feinwurzeln befinden sich nicht direkt am Stamm, sondern im Bereich unter der Kronentraufe. Deshalb sollte Wasser möglichst großflächig im Wurzelbereich verteilt werden. Wenn du Baumbewässerungssäcke verwendest, kannst du diese mit einem Pflock im Wurzelbereich aufstellen.

Selten, aber intensiv bewässern

Besser selten und durchdringend gießen als täglich kleine Mengen. Tiefe Bewässerung fördert, dass Wasser wirklich in tiefere Bodenschichten gelangt und länger verfügbar bleibt.

Wann sollte man alte Bäume gießen?

Ideal sind die frühen Morgenstunden oder der Abend. Mittags verdunstet ein großer Teil des Wassers bereits an der Oberfläche, bevor es überhaupt einsickern kann. Zusätzlich können heiße Böden Temperaturstress verursachen.

Mehr als nur Wasser: Den Boden verbessern

Wasser ist wichtig. Aber es ist eingebunden in ein System. Deshalb empfehlen wir, auch das größere System zu betrachten. Dazu haben wir einen Artikel über das Zusammenspiel von Wasser, Boden und Nährstoffen als Zusammenspiel geschrieben. Hier die wichtigsten Maßnahmen, wie du deinen Baum unterstützen kannst:

Mulchen

Eine Mulchschicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung deutlich. Geeignet sind beispielsweise Holzhäcksel oder Laubmulch. Wichtig ist, etwas Abstand zum Stamm zu halten.

Bodenleben fördern

Ein lebendiger Boden speichert Wasser besser und bleibt lockerer. Kompost, Wurmkompost oder organische Dünger fördern Regenwürmer und Mikroorganismen. Diese verbessern langfristig die Bodenstruktur und erhöhen die Wasserspeicherung. Besonders sinnvoll sind organische Dünger auf Wurmkompostbasis, da sie nicht nur Nährstoffe liefern, sondern gleichzeitig das Bodenleben aktivieren.

Regenwasser sammeln und für Bäume nutzen

Regenwasser steht kostenlos zur Verfügung, enthält meist weniger Kalk als Leitungswasser und entspricht dem natürlichen Wasserkreislauf. Gerade in trockenen Sommern kann gesammeltes Regenwasser helfen, Bäume auch dann zu versorgen, wenn längere Zeit kein Niederschlag fällt.

Dabei kann bereits eine einfache Regentonne erstaunliche Mengen Wasser sammeln. Noch mehr Speichervolumen bieten Zisternen oder andere Regenwasserspeicher. Das gesammelte Wasser kann anschließend gezielt für die Bewässerung von Bäumen genutzt werden. Mehr Informationen dazu findest du im Artikel Regenwasser für Bäume nutzen: Warum jeder Tropfen zählt.

Häufige Fragen zum Bewässern alter Bäume

Reicht der Regen nicht für meinen alten Baum?

In den meisten Monaten des Jahres bringt der Regen genügend Wasser für alte Bäume. In diesem Artikel erfährst du mehr zu dieser Frage.

Wie oft sollte man alte Bäume gießen?

Alte Bäume müssen seltener gegossen werden als Jungbäume, benötigen dafür aber deutlich größere Wassermengen. Während langer Trockenperioden kann eine intensive Bewässerung alle zwei bis vier Wochen sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass das Wasser tief in den Boden eindringt.

Wie viel Wasser braucht ein großer Baum?

Große alte Bäume benötigen häufig 300 bis 500 Liter Wasser pro Bewässerungsgang. Bei sehr großen Kronen oder extremen Trockenperioden kann der Bedarf noch höher sein.

Wann ist die beste Zeit zum Gießen?

Ideal sind die frühen Morgenstunden oder der Abend. Mittags verdunstet ein großer Teil des Wassers bereits an der Oberfläche.

Wo sollte man einen alten Baum bewässern?

Nicht direkt am Stamm. Die meisten Feinwurzeln befinden sich im Bereich unterhalb der Baumkrone. Dort sollte das Wasser möglichst großflächig verteilt werden.

Helfen Bewässerungssäcke auch bei alten Bäumen?

Ja. Besonders bei trockenen oder verdichteten Böden kann eine langsame Wasserabgabe hilfreich sein. Für große Bäume lassen sich mehrere Bewässerungssäcke kombinieren.

Kann man alte Bäume zu viel gießen?

Staunässe sollte vermieden werden. Problematisch ist jedoch häufiger zu wenig als zu viel Wasser. Wichtig ist eine langsame Bewässerung mit ausreichenden Abständen zwischen den Gießgängen.

Welche Bäume leiden besonders unter Trockenheit?

Besonders betroffen sind viele Flachwurzler sowie Stadtbäume auf versiegelten oder verdichteten Standorten. Auch Bäume mit bereits geschwächtem Wurzelsystem reagieren empfindlich.

  • Gießlexikon
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Baumwissen
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Stadtbaumwissen
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Baumbewässerungssack
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Baumpflege
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Bäume & Klimaschutz
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

Unsere Beiträge findest du in vielen verschiedenen Kategorien

Beiträge aus unserem Blog Gießlexikon

  • Bäume richtig gießen
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Obstbäume gießen
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Stadtbäume gießen
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Nadelbäume
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

  • Nussbäume
  • https://baumbad.ch/blogs/giesslexikon/alte-baume-richtig-bewassern-warum-selbst-grosse-baume-unter-trockenheit-leiden

Super Idee, einfache Handhabung und von der Bestellung bis zur Lieferung alles bestens.

Michael K.

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