Wassersäcke oder auch Baumbewässerungssäcke ermöglichen es, größere Wassermengen über mehrere Stunden langsam an den Boden abzugeben. Dazu werden die Bewässerungssäcke am Baum angebracht, mit Wasser gefüllt und geben dieses anschließend über kleine Öffnungen tröpfchenweise an ihrer Unterseite ab.

In diesem Artikel erfährst Du, wie Wassersäcke funktionieren, für welche Bäume sie geeignet sind und worauf Du bei der Anwendung achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Baumbewässerungssack?

Ein Wassersack ist ein mit Wasser befüllbarer Beutel, der zur Bewässerung von Bäumen eingesetzt wird. Er wird in der Regel um den Stamm eines jungen Baumes gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Alternativ kann er an einem Pflock im Wurzelbereich älterer Bäume aufgestellt werden.

An der Unterseite befinden sich kleine Öffnungen, durch die das eingefüllte Wasser langsam austritt. Je nach Modell dauert es mehrere Stunden, bis der Wassersack vollständig entleert ist.

Für diese Form der Baumbewässerung gibt es verschiedene Bezeichnungen. Neben Wassersack werden häufig die Begriffe Bewässerungssack, Bewässerungsbeutel, Baumbewässerungssack oder Baumbewässerungsbeutel verwendet. Gemeint ist jeweils dasselbe Grundprinzip: Eine größere Wassermenge wird gespeichert und anschließend tröpfchenweise an den Boden abgegeben.

Wie funktioniert ein Bewässerungssack?

Die Anwendung ist einfach: Der Bewässerungssack wird am Baum angebracht, verschlossen und anschließend mit Wasser befüllt.

Das Wasser läuft nicht auf einmal aus dem Beutel. Kleine Öffnungen sorgen dafür, dass es nach und nach auf den Boden gelangt. Der Bewässerungssack funktioniert damit nach einem ähnlichen Prinzip wie andere Formen der Tröpfchenbewässerung.

Die langsame Wasserabgabe kann insbesondere bei trockenen oder verdichteten Böden von Vorteil sein. Wird dort eine große Wassermenge sehr schnell ausgebracht, kann ein Teil oberflächlich abfließen. Eine langsamere Wasserabgabe gibt dem Boden mehr Zeit, das Wasser aufzunehmen.

Dabei geht es nicht darum, dass das Wasser möglichst tief in den Boden gelangen muss. Entscheidend ist, dass der durchwurzelte Bodenbereich ausreichend durchfeuchtet wird. Dort befinden sich die Feinwurzeln, über die der Baum einen großen Teil des benötigten Wassers aufnimmt.

Mehr über das Prinzip der langsamen Wasserabgabe erfährst Du in unserem Artikel Tröpfchenbewässerung für Bäume.

Für welche Bäume eignen sich Wassersäcke?

Bewässerungssäcke eignen sich besonders gut für junge und frisch gepflanzte Bäume. Nach einer Pflanzung befindet sich ein großer Teil der Wurzeln zunächst noch im Bereich des ursprünglichen Wurzelballens. Der Baum muss in den folgenden Jahren neue Wurzeln bilden und den umgebenden Boden erschließen. Eine ausreichende Wasserversorgung ist in dieser Phase besonders wichtig.

Wird der Bewässerungssack um den Stamm gelegt, gelangt das Wasser in den Boden rund um den jungen Baum. Dadurch lässt sich die Bewässerung einfach organisieren. Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:

  • neu gepflanzte Bäume im Garten
  • Jungbäume an Straßen und auf öffentlichen Flächen
  • Obstbäume
  • Bäume auf Firmengeländen und größeren Grundstücken
  • Baumpflanzungen von Städten und Kommunen
  • Bäume im Rahmen von Gieß- und Baumpatenschaften

Bei älteren und bereits etablierten Bäumen sollte die Anwendung dagegen angepasst werden. Ihre wasseraufnehmenden Feinwurzeln befinden sich nicht nur unmittelbar am Stamm, sondern verteilen sich über einen größeren Bodenbereich. Darauf gehen wir weiter unten noch genauer ein.

Wie wird ein Bewässerungssack richtig angebracht?

Hier die wichtigsten Schritte:

1. Bewässerungssack um den Stamm oder einen Pflock legen: Lege den geöffneten Sack um den Baumstamm und schließe den Reißverschluss.

2. Zunächst etwas Wasser einfüllen: Befülle den Sack zunächst nur teilweise. Hebe ihn anschließend kurz an den Schlaufen an. Dadurch kann sich der Boden des Beutels entfalten und das Wasser später besser aus den vorgesehenen Öffnungen austreten.

3. Bewässerungssack vollständig befüllen: Anschließend kannst Du den Sack bis zur vorgesehenen Füllmenge mit Wasser auffüllen.

Das Wasser wird nun über mehrere Stunden langsam an den Boden abgegeben.

Wichtig ist, dass die Austrittsöffnungen nicht durch Schmutz oder Ablagerungen verstopft sind. Entleert sich ein Sack ungewöhnlich langsam oder überhaupt nicht, solltest Du deshalb zunächst die Öffnungen kontrollieren.

Wie viel Wasser passt in einen Bewässerungssack?

Bewässerungssäcke werden mit unterschiedlichen Fassungsvermögen angeboten. Die baumbad Bewässerungsbeutel sind beispielsweise mit einem Fassungsvermögen von 75 oder 100 Litern erhältlich. Bei geeigneten Modellen können mehrere Beutel miteinander verbunden werden.

Das Fassungsvermögen des Beutels sollte allerdings nicht mit dem tatsächlichen Wasserbedarf eines Baumes gleichgesetzt werden. Wie viel Wasser ein Baum benötigt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

Baumart, Größe und Alter des Baumes, Bodenart und Bodenstruktur, Standort, Niederschlagsmenge, Temperatur sowie Dauer einer Trockenperiode beeinflussen den Wasserbedarf.

Ein großer etablierter Baum kann beispielsweise deutlich mehr Wasser benötigen als ein frisch gepflanzter Jungbaum.

Ausführliche Informationen dazu findest Du in unserem Ratgeber Bäume richtig gießen.

Wie lange braucht ein Bewässerungssack zum Entleeren?

Ein Bewässerungssack gibt das eingefüllte Wasser nicht sofort, sondern über mehrere Stunden ab. Wie lange die Entleerung tatsächlich dauert, hängt vom jeweiligen Modell und von den Bedingungen bei der Anwendung ab. Auch der Untergrund und der Zustand der Austrittsöffnungen können eine Rolle spielen.

Die langsame Abgabe hat einen praktischen Vorteil: Du musst nicht über einen längeren Zeitraum mit Gießkanne oder Gartenschlauch am Baum bleiben. Der Sack wird befüllt und gibt das Wasser anschließend selbstständig ab.

Das kann insbesondere dann interessant sein, wenn mehrere Bäume nacheinander bewässert werden müssen.

Wie oft sollte ein Wassersack befüllt werden?

Eine pauschale Empfehlung wie „einmal pro Woche“ oder „zweimal pro Woche“ ist nicht für jeden Baum und jeden Standort sinnvoll. Wie häufig gegossen werden muss, hängt vor allem von Baumalter, Boden, Standort, Witterung und Niederschlag ab.

Grundsätzlich ist es bei Bäumen häufig sinnvoller, den Boden mit einer ausreichenden Wassermenge zu durchfeuchten, anstatt täglich nur kleine Mengen Wasser zu geben. Bei sehr häufigem oberflächlichem Gießen werden möglicherweise nur die oberen Zentimeter des Bodens feucht.

Prüfe deshalb auch die tatsächliche Bodenfeuchtigkeit. Ein kurzer Regenschauer bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass ausreichend Wasser in den Wurzelraum gelangt ist.

Besonders aufmerksam solltest Du bei frisch gepflanzten Bäumen sowie während längerer heißer und trockener Perioden sein.

Können Wassersäcke auch für ältere Bäume verwendet werden?

Grundsätzlich können Bewässerungssäcke auch bei älteren Bäumen eingesetzt werden. Allerdings ist dabei die Position des Wassersacks besonders wichtig.

  • Bei einem frisch gepflanzten Baum ist es sinnvoll, Wasser in den Bereich des Pflanzballens und der sich entwickelnden Wurzeln zu bringen. Deshalb kann der Sack direkt um den Stamm angebracht werden.
  • Bei einem älteren Baum sieht die Wurzelverteilung anders aus. Viele der für die Wasseraufnahme wichtigen Feinwurzeln befinden sich nicht unmittelbar am Stamm, sondern verteilt im durchwurzelten Boden. Eine Möglichkeit besteht deshalb darin, einen Bewässerungssack an einem stabilen Pflock im durchwurzelten Bodenbereich aufzustellen. Auf diese Weise lässt sich das Wasser gezielter an einer anderen Stelle ausbringen. Bei großen Bäumen können außerdem mehrere Bewässerungsstellen sinnvoll sein. Die Positionen können zwischen den Gießgängen gewechselt werden, damit nicht immer nur derselbe kleine Bodenbereich bewässert wird.

Mehr darüber, wo Bäume Wasser aufnehmen, erfährst Du in unserem Artikel über Feinwurzeln bei Bäumen.

Können mehrere Wassersäcke miteinander verbunden werden?

Bei vielen Bewässerungssäcken ist es möglich, mehrere Beutel über ihre Reißverschlüsse miteinander zu verbinden. Das kann beispielsweise bei einem größeren Stammumfang praktisch sein. Gleichzeitig erhöht sich dadurch die Wassermenge, die bei einem Gießgang bereitgestellt werden kann.

Ob das sinnvoll ist, hängt jedoch wiederum vom Baum ab. Bei einem großen, älteren Baum ist es nicht automatisch die beste Lösung, immer mehr Bewässerungssäcke unmittelbar um den Stamm zu befestigen.

In diesem Fall ist wichtiger, wo sich der relevante Wurzelbereich befindet. Mehrere voneinander getrennte Bewässerungsstellen können deshalb geeigneter sein als eine große Wassermenge direkt am Stamm.

Welche Vorteile haben Wassersäcke für Bäume?

Der wesentliche Vorteil eines Bewässerungssacks liegt in der Kombination aus großer Speichermenge und langsamer Wasserabgabe.

Der Sack kann innerhalb relativ kurzer Zeit befüllt werden und gibt das Wasser anschließend selbstständig über einen längeren Zeitraum ab. Dadurch kann der Zeitaufwand für die eigentliche Bewässerung reduziert werden.

Gleichzeitig ist durch das bekannte Fassungsvermögen nachvollziehbar, welche Wassermenge bereitgestellt wurde. Das erleichtert insbesondere bei größeren Baumbeständen die Planung von Gießgängen.

Weitere Vorteile sind die einfache Anwendung, die Wiederverwendbarkeit und die Tatsache, dass kein fest installiertes Bewässerungssystem benötigt wird.

Die verschiedenen Vorteile und Einsatzmöglichkeiten haben wir ausführlich im Artikel Warum sich der Einsatz von Baumbewässerungsbeuteln lohnt zusammengestellt.

Wassersack, Gießring oder Tropfbewässerung?

Ein Bewässerungssack ist nicht für jede Situation automatisch die beste Bewässerungsmethode. Für einzelne junge Bäume ist er besonders einfach einzusetzen. Bei Hecken, Beeten oder vielen dicht beieinanderstehenden Pflanzen kann dagegen ein fest installiertes Tropfbewässerungssystem sinnvoller sein.

Eine weitere Möglichkeit sind Gießringe. Sie liegen flach auf dem Boden und können deshalb beispielsweise bei Sträuchern, bestimmten Nadelgehölzen oder Situationen eingesetzt werden, in denen ein klassischer Bewässerungssack nicht gut am Stamm befestigt werden kann.

Auch Gießkanne und Gartenschlauch bleiben sinnvolle Möglichkeiten zur Baumbewässerung. Entscheidend ist weniger das verwendete Hilfsmittel als eine bedarfsgerechte Wassermenge, der richtige Bewässerungsbereich und eine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens.

Wenn Du noch nicht weißt, welche Methode für Deinen Baum geeignet ist, findest Du in unserem Artikel Bäume gießen im Vergleich: Bewässerungssack, Gießkanne, Gießrand oder Tropfbewässerung?  eine ausführliche Gegenüberstellung.

Welcher Bewässerungssack ist der richtige?

Bewässerungssäcke unterscheiden sich unter anderem in Material, Fassungsvermögen, Verarbeitung und Form. Bei baumbad findest Du beispielsweise Bewässerungsbeutel aus PVC und PE mit unterschiedlichen Fassungsvermögen sowie einen flach aufliegenden Gießring.

Welches Produkt am besten passt, hängt davon ab, welche Pflanzen Du bewässern möchtest und wie Du den Beutel einsetzen willst.

Die Unterschiede zwischen den Modellen erklären wir ausführlich in unserem Artikel PE oder PVC – Eine Übersicht über das baumbad Sortiment.

Nähere Informationen findest du auch in diesem Video:

Wie pflege ich einen Bewässerungssack?

Damit Du einen Bewässerungssack möglichst lange verwenden kannst, solltest Du ihn regelmäßig kontrollieren und sauber halten. Achte insbesondere darauf, dass die kleinen Öffnungen für die Wasserabgabe nicht verstopft sind. Schmutz und Ablagerungen können dazu führen, dass sich der Sack deutlich langsamer oder ungleichmäßig entleert.

Wenn Du den Beutel längere Zeit nicht benötigst, sollte er entleert, gereinigt und trocken gelagert werden. Mehr Informationen dazu findest du im Artikel Baumbewässerungsbeutel und Gießringe über den Winter einlagern.

Beschädigungen bedeuten außerdem nicht zwangsläufig, dass ein Bewässerungssack entsorgt werden muss. Je nach Material und Art des Schadens können kleinere Defekte repariert werden.

Dazu findest Du bei uns sowohl eine ausführliche Anleitung zum Reparieren von Baumbeuteln als auch Tipps zur Pflege und längeren Nutzung von Bewässerungssäcken.

Häufige Fragen zu Wassersäcken für Bäume

Kann ein Bewässerungssack dauerhaft am Baum bleiben?

Während der Bewässerungssaison kann ein Wassersack wiederholt eingesetzt werden. Trotzdem ist es sinnvoll, ihn regelmäßig abzunehmen und sowohl Stamm als auch Beutel zu kontrollieren. Dadurch lassen sich Feuchtigkeit, Verschmutzungen oder mögliche Schäden frühzeitig erkennen.
Außerhalb der Bewässerungssaison solltest Du den Sack reinigen, trocknen und geschützt lagern.

Kann ich mehrere Bewässerungssäcke verbinden?

Bei dafür vorgesehenen Modellen können mehrere Säcke über die Reißverschlüsse miteinander verbunden werden. Das kann bei größeren Stammumfängen oder zur Bereitstellung einer größeren Wassermenge hilfreich sein.

Muss ein Bewässerungssack direkt am Baumstamm stehen?

Nein. Bei jungen und frisch gepflanzten Bäumen kann der Bewässerungssack direkt um den Stamm angebracht werden, da sich ein großer Teil der Wurzeln zunächst noch im Bereich des Pflanzballens befindet. Bei älteren Bäumen ist das nicht immer sinnvoll. Ihre wasseraufnehmenden Feinwurzeln verteilen sich über einen größeren Bodenbereich. Hier kann der Bewässerungssack beispielsweise an einem Pflock im durchwurzelten Bereich aufgestellt werden. Bei großen Bäumen können auch mehrere Bewässerungsstellen sinnvoll sein.

Weitere Informationen

Anleitungen, Fragen und Antworten findest du im Arikel Anleitung für die Nutzung von Baumbewässerungsbeuteln.

Zusätzlich dazu empfehlen wir den Artikel 10 Fehler bei Bewässerungsbeuteln - und wie Du sie vermeidest.

 

  • Baumbewässerungsack
  • https://baumbad.ch/blogs/baumbewaesserungssack/wassersaecke-fuer-baeume

  • Baumwissen
  • https://baumbad.ch/blogs/baumbewaesserungssack/wassersaecke-fuer-baeume

  • Baumpflege
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  • Gießlexikon
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  • Stadtbaumwissen
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  • Bäume & Klimaschutz
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